Was ist Parodontitis genau?

Der Zahnhalteapparat auch „Parodont“ (um den Zahn herum) genannt, hält die Zähne fest im Mund verankert und besteht aus dem Zahnfleisch, dem Zahnfach und der Wurzelhaut. Parodontitis, die chronische Entzündung dieses Zahnhalteapparats, ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die sehr häufig vorkommt und unbehandelt zu wackelnden Zähnen und Zahnverlust führen kann. Früherkennung und Prophylaxe sind deshalb die wichtigsten Stichworte, die Sie sich zum Thema Parodontitis merken sollten.

Wie merken Sie, dass sie Parodontitis haben?

Grundsätzlich entwickelt sich eine Parodontitis aus einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis). An diesen Anzeichen können Sie eine solche erkennen:

  • Vermehrt auftretende Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs
  • Zahnfleischbluten
  • Mundgeruch
  • Zurückgehendes Zahnfleisch
  • Optisch länger wirkende Zähne und freiliegende Zahnhälse

Zahnfleischentzündungen verlaufen meistens schmerzlos, weshalb sie von vielen Patienten nicht ernst genommen werden oder ignoriert werden. Sobald Sie eines der obenstehenden Symptome über mehre Wochen hinweg beobachten können, ist ein Kontrolltermin in ihrer Zahnarztpraxis sehr zu empfehlen. Denn mit den Folgen einer fortschreitenden Parodontitis ist nicht zu spaßen. Durch die Entzündung im Zahnhalteapparat, kann es zum Abbau des Kieferknochens kommen, wodurch sich die Zähne lockern und ausfallen können. Parodontitis gilt bei Menschen über 40 Jahren als häufigster Grund für Zahnausfall. Dabei gilt zu bedenken: Durch den angegriffenen Kieferknochen sind Lösungen für Zahnersatz nach einer Parodontitis oft besonders schwierig umsetzbar.

Parodontitis – ein Risiko für den gesamten Körper

Die Gesundheitsrisiken bei einer fortschreitenden Parodontitis sind nicht auf den Mundraum beschränkt. Gelangen die Bakterien über die Blutbahn in den Kreislauf können Sie im ganzen Körper negative Auswirkungen nach sich ziehen. So erhöht sich beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Endokarditis, aber auch Lungenerkrankungen, Rheuma oder Diabetes Typ2 können verschlechtert oder ausgelöst werden.

Wie sieht die Behandlung bei Parodontitis aus?

Zuerst muss man ganz klar sagen, die beste Parodontitis-Behandlung ist jene, die gar nie notwendig wird. Denn durch regelmäßige Mundhygiene und Prophylaxe-Untersuchungen kann dieser Entzündungskrankheit sehr gut vorgebeugt werden. In unserer Zahnarztpraxis in Innsbruck gehört zu jeder Zahnreinigung eine professionelle parodontologische Grunduntersuchung, um bereits früheste Stadien einer Parodontitits zu erkennen. Außerdem entfernen wir Plaque und Zahnstein professionell und geben Ihnen Hinweise zur idealen Zahnpflege für zuhause mit.

Was passiert, wenn`s passiert ist?

Wenn sich die Zahnfleischentzündung bereits so weit entwickelt hat, dass man von einer Parodontitis sprechen kann, ist rasches systematisches Handeln wichtig. Dr. Peter Santoro ist Absolvent des Masterstudiums Implantologie und Parodontologie der renommierten Steinbeis-Universität in Berlin. Die Behandlung wird in drei Phasen eingeteilt.

  • Initial und Hygienephase: Die Entfernung von Plaque auf den Zähnen ist essenziell für den Erfolg der weiteren Behandlung. Auch die Schulung der Patienten zur richtigen Zahnpflege für zuhause ist unerlässlich, hier geben wir in unserer Praxis Hilfestellung und klären auf.
  • Parodontaltherapie: Mithilfe von Ultraschallgeräten und speziellen Handinstrumenten werden die bakteriellen Beläge aus den Zahnzwischenräumen entfernt. Auch die, durch die Parodontitis entstandenen, Zahnfleischtaschen werden gesäubert. So verringert sich die bakterielle Belastung im Mundraum.
  • Nachsorge: Eine Parodontitis ist eine chronische Entzündung. Das heißt, dass die Auswirkungen auf den Zahnhalteapparat nicht mehr umkehrbar sind. Das Ziel ist, dass die häusliche Zahnpflege und Kontrolluntersuchungen gemeinsam einen Stillstand im Fortschreiten der Krankheit erwirken. Durch konsequent eingehaltene häusliche Mundhygiene kann die Erkrankung in der Regel aufgehalten werden. Flammt die Erkrankung wieder auf ist es besonders wichtig, schnell und gezielt gegenzusteuern.

Wie können Sie selbst vorsorgen?

Damit es gar nicht zur Parodontitis kommt, empfehlen wir Ihnen einige grundlegende Verhaltensweisen. Mit etwas Durchhaltevermögen werden diese schnell zur Routine und Ihre Zahngesundheit profitiert davon.

Zweimal täglich Zähneputzen ist eine Regel, die die meisten von uns schon als Kinder gelernt haben. Zusätzlich zeigen wir Ihnen in unserer Praxis im Rahmen einer Mundhygienesitzung aber gerne die optimale Putztechnik, um Entzündungen des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats zu vermeiden.

Zahnzwischenräume nicht vergessen – täglich Zahnseide und/oder Interdentalbürsten zu verwenden, kann einen riesigen Unterschied in der Qualität Ihrer Mundhygiene machen. Ihr Zahnfleisch ist so viel eher vor einer Gingivitis geschützt.

Hilft Ihr Lebensstil Ihrer Zahngesundheit? Dass Rauchen unserer allgemeinen Gesundheit nicht guttut, weiß die Wissenschaft schon lange. Raucher haben aber auch ein deutlich erhöhtes Risiko an einer chronischen Parodontitis zu erkranken. Auch andere Gewohnheiten, wie beispielsweise eine sehr zuckerhaltige Ernährung, können das Entstehen und Voranschreiten von Parodontitis befördern.

Verdacht auf Parodontitis?

Als Ergänzung empfehlen wir Ihnen regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrem Zahnarzt. Mit regelmäßigen Sitzungen für Mundhygiene und Prophylaxe können wir Verschlechterungen Ihrer Zahngesundheit sofort erkennen und handeln bevor größere Schäden entstehen. Vereinbaren Sie am besten gleich einen kostenlosen Beratungstermin oder eine erste Mundhygiene Sitzung über unser Online-Buchungstool.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  1. Parodontitis vermeiden durch gewissenhafte Zahnpflege zuhause und regelmäßige Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis
  2. Parodontitis behandeln mit unserem durchdachten, systematischen Therapiekonzept. So kann die Entzündung gestoppt werden, bevor Zahnausfall und Knochenabbau stattfinden.
  3. Nachsorge nicht vergessen. Parodontitis ist nicht rückgängig zu machen, wenn Sie aber die, in unserer Praxis gelernten Hygienemaßnahmen, konsequent weiterführen, können Sie den Stillstand der Krankheit erreichen und aufrechterhalten.
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